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Via San Gregorio Armeno

  • Historisches Viertel
  • 4.5
  • Preis: Kostenlos
  • Öffnungszeiten: Durchgehend geöffnet
Wegbeschreibung
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Geschichte

Der Überlieferung nach wurde das Kloster an dieser Stelle im 8. Jahrhundert gegründet, als eine Gruppe basilianischer Nonnen während des byzantinischen Feldzugs gegen die Ikonenverehrung aus Konstantinopel floh und mit Reliquien des Heiligen Gregor des Erleuchters, des ersten Patriarchen Armeniens, in Neapel ankam. Sie ließen sich auf einem Gelände nieder, das bereits mit dem antiken Ceres-Tempel in Verbindung stand, und der lokalen Legende nach wurde der genaue Standort fast zufällig bestimmt: Beim Trauerzug für einen neapolitanischen Herzog soll der von Ochsen gezogene Karren mit seinem Leichnam ausgerechnet auf dieser Straße unerklärlich zum Stehen gekommen sein — ein Zeichen, das die Nonnen als Hinweis darauf deuteten, wo sie bauen sollten.

Der Komplex wuchs über die Jahrhunderte zu einem der reichsten und einflussreichsten Frauenklöster der Stadt heran und wurde im 17. Jahrhundert größtenteils in seiner heutigen barocken Form neu errichtet, mit einem Kreuzgang um einen Marmorbrunnen und einem Glockenturm, der auf einem Bogen über der Straße selbst thront — bis heute eines der meistfotografierten Details der Altstadt. Neben den Reliquien des Heiligen Gregor beherbergte die Kirche mit der Zeit auch jene der Santa Patrizia, einer byzantinischen Prinzessin, die als Mitpatronin Neapels verehrt wird und deren Kult sich im Laufe der Zeit mit einer Straße überlagerte, die sich bereits mit Handwerksbetrieben füllte.

Wussten Sie schon?

Zweimal wöchentlich, so die Überlieferung, verflüssigt sich in der Kirche vor den Gläubigen ein Reliquiar, das angeblich das Blut der Santa Patrizia enthält — ein Phänomen, das Neapolitaner in erster Linie mit San Gennaro verbinden, das aber auch hier beansprucht wird, nach einem anderen und häufigeren Rhythmus als sein berühmtes Wunder. Unter dem Kreuzgang führte einst ein Brunnen zu den Tunneln und Zisternen dessen, was heute als Napoli Sotterranea bekannt ist, angeblich als Fluchtweg in Belagerungszeiten genutzt — ein Hinweis darauf, dass der stille Klostergarten über derselben vielschichtigen unterirdischen Stadt liegt, die sich unter weiten Teilen des historischen Neapel erstreckt.

Der Handel mit Krippenfiguren, für den die Straße heute berühmt ist, entstand vergleichsweise spät und nahm erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts richtig Fahrt auf, als die Vorliebe des bourbonischen Hofes für aufwendige presepi die Figurenherstellung zu einem stadtweiten Handwerkszweig machte. Die Werkstatt der Familie Ferrigno, seit 1836 ununterbrochen an derselben Adresse in der Straße tätig, gehört zu den ältesten noch bestehenden Ateliers dieser Art: Ihre Köpfe werden bis heute aus polychromer Terrakotta mit Glasaugen geformt, nach einer Technik, die über vier Generationen hinweg weitgehend unverändert weitergegeben wurde.

Gut zu wissen

Die Straße ist rund um die Uhr geöffnet und kostenlos begehbar, doch die Werkstätten selbst richten sich nach üblichen Ladenöffnungszeiten, meist tagsüber bis in den Abend hinein. Die Vorweihnachtszeit, von Ende November bis Anfang Januar, ist bei weitem die geschäftigste und festlichste Zeit, wenn die Gasse sich mit Käufern füllt und die ausgestellten Figuren neben den traditionellen Hirten und der Heiligen Familie auch die Fußballer, Politiker und sonstigen prominenten Gesichter des jeweiligen Jahres umfassen.

Die Via San Gregorio Armeno zweigt direkt von der Spaccanapoli ab, auf halbem Weg zwischen der Via San Biagio dei Librai und der Piazza San Domenico Maggiore, und lässt sich so leicht in einen längeren Spaziergang durch die Altstadt einbinden, zusammen mit dem Dom und dem Komplex von San Lorenzo Maggiore. Der Vormittag, bevor die Reisegruppen eintreffen, ist die ruhigste Zeit zum Stöbern und Fotografieren der Werkstätten, und es lohnt sich, vor Nahaufnahmen im Inneren einer bottega um Erlaubnis zu fragen — die meisten Handwerker sprechen gerne über ihr Handwerk, solange man ihnen nicht einfach nur die Kamera entgegenhält.