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Villa Comunale

  • Park & Natur
  • 4.6
  • Preis: Kostenlos
  • Öffnungszeiten: 07:00-22:00 (bis 24:00 Uhr von Mai bis Oktober)
Wegbeschreibung
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Geschichte

Die Ursprünge des Gartens reichen weiter zurück als seine bourbonische Gestalt: Bereits 1697 ließ der spanische Vizekönig, der Herzog von Medinaceli, entlang der Riviera di Chiaia eine doppelte Baumreihe pflanzen und dazwischen dreizehn kleine Brunnen anlegen — eine frühe Uferpromenade, die die Neapolitaner schon damals ihre Villa nannten. Erst König Ferdinand IV. verwandelte diese bescheidene Allee in einen richtigen königlichen Garten, indem er den Architekten Carlo Vanvitelli, Sohn Luigi Vanvitellis, des Erbauers des Königsschlosses von Caserta, beauftragte, ihn zwischen 1778 und 1780 mit Unterstützung des Hofgärtners Felice Abbate anzulegen. Die fertige Villa Reale, wie sie damals hieß, wurde am 11. Juli 1781 eröffnet und erstreckte sich vom heutigen Piazza Vittoria bis zum Standort der heutigen Cassa Armonica.

Während des größten Teils des 18. und 19. Jahrhunderts blieb der Zutritt dem Hof und dem städtischen Adel vorbehalten, die zwischen klassizistischen Statuen aus der Farnese-Sammlung flanierten, darunter Flora, Herkules und, am berühmtesten, die kolossale Gruppe des Farnesischen Stiers, die kurz nach Eröffnung des Gartens hier aufgestellt und bis 1824 in seiner Mitte belassen wurde, ehe man sie ins königliche Museum, das heutige Museo Archeologico Nazionale, brachte, um sie vor weiteren Schäden durch Meeresluft und Witterung zu schützen. Der Öffentlichkeit öffnete der Garten seine Tore erst 1869, unter dem neu geeinten Königreich Italien, und wurde damit, wie sein neuer Name Villa Comunale ausdrücklich klarstellte, zum Eigentum der ganzen Stadt statt der Krone.

Wussten Sie schon?

Der Farnesische Stier, der einst im Zentrum des Gartens stand, verdient einen eigenen Umweg: aus einem einzigen kolossalen Marmorblock in der Antike gemeißelt und im 16. Jahrhundert in Rom wiederentdeckt, ist er die größte erhaltene Skulpturengruppe der antiken Welt. Die Jahrzehnte im Freien der Villa Comunale hinterließen sichtbare Verwitterungsspuren, die Restauratoren noch heute nachweisen können, selbst nach zwei Jahrhunderten im Inneren eines Museums. Ein Paar steinerner Löwen, die einst seinen Brunnen hier flankierten, gaben dem Ort den alten Beinamen Fontana dei Leoni — lange nachdem der Stier selbst längst umgezogen war.

Die im Garten untergebrachte Stazione Zoologica genießt einen Ruf, der weit über Neapel hinausreicht: gegründet vom deutschen Naturforscher Anton Dohrn, der die Stadt 1872 überzeugte, ihm das Grundstück kostenlos zu überlassen, beherbergt sie das älteste öffentliche Aquarium Italiens; seine Becken werden noch heute über dasselbe direkte Meerwasser-Kanalsystem gespeist, das für das ursprüngliche Gebäude des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Mehr als zwanzig Nobelpreisträger sollen in den anderthalb Jahrhunderten seither in ihren Forschungslabors gearbeitet haben, angezogen von einer Tradition der Meeresbiologie, die im Grunde in diesem Garten am Meer ihren Anfang nahm.

Gut zu wissen

Der Garten ist kostenlos und täglich geöffnet, im Winter etwa von 7 bis 22 Uhr und in den wärmeren Monaten von Mai bis Oktober bis Mitternacht; er erstreckt sich über mehr als einen Kilometer entlang der Via Caracciolo zwischen Piazza Vittoria und Mergellina. Das Aquarium der Stazione Zoologica im Park ist der einzige kostenpflichtige Teil der Villa Comunale, mit eigenen Öffnungszeiten und einem moderaten Eintrittspreis — es lohnt sich, dafür eigens Zeit einzuplanen, statt es in einen kurzen Spaziergang einzubauen.

Schattige Alleen aus Steineichen, Palmen und Pinien machen die Villa zu einem der kühlsten Orte für einen Spaziergang im Zentrum Neapels an einem heißen Nachmittag, und die breite Promenade entlang der Via Caracciolo bietet einen offenen Blick über den Golf bis zum Vesuv, der besonders bei Sonnenuntergang eindrucksvoll ist. Sie liegt nur wenige Gehminuten von der Piazza Vittoria, der Uferpromenade und Mergellina entfernt und lässt sich so natürlich in einen längeren Spaziergang am Meer einbinden, statt einen eigenen Ausflug zu erfordern.