Galleria Umberto I
- Architektur- & Design-Ikone
- Preis: Kostenlos
- Öffnungszeiten: 05:00 - 24:00
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Geschichte
Die Galerie entstand im Rahmen des Sondergesetzes von 1885 für den risanamento genannten Umbau Neapels, jenes umfassende Sanierungs- und Wiederaufbauprogramm, das nach einer Cholera-Epidemie ins Leben gerufen wurde, die im Jahr zuvor Tausende Einwohner der Stadt das Leben gekostet hatte. Einen Wettbewerb für den Entwurf gewann der Ingenieur Emmanuele Rocco; sein Plan wurde anschließend vom Architekten Antonio Curri weiterentwickelt und von Ernesto di Mauro noch erweitert. Der Abriss des alten Viertels rund um Santa Brigida begann am 1. Mai 1887, der Grundstein der neuen Galerie wurde im November desselben Jahres gelegt. Es folgten drei Jahre Bauzeit, und die fertige Galerie — vier Flügel aus Glas und Eisen, die sich unter der großen Kuppel treffen — wurde am 19. November 1890 offiziell eingeweiht, während Dekorationsarbeiten und die Einrichtung der Geschäfte noch bis ins Folgejahr andauerten.
Curri, dem vor allem der plastische Schmuck des Gebäudes zugeschrieben wird, schuf die Nereiden und Nymphen, die den Eingang an der Via Santa Brigida rahmen, sowie die Exedra gegenüber dem Teatro di San Carlo auf der anderen Straßenseite. Kaum eine Woche nach der Haupteinweihung, am 15. November 1890, öffnete der Raum unter der zentralen Kuppel als Salone Margherita, Italiens erstes Café-Chantant nach Pariser Vorbild; Künstlerinnen wie die spanische Tänzerin Bella Otero und die Französin Cléo de Mérode traten in den folgenden Jahren dort auf, und der Ort wurde rasch zum abendlichen Treffpunkt jenes eleganten Neapel, das tagsüber die Cafés der Galerie füllte.
Wussten Sie schon?
Wer den Blick zum Kuppelkranz hebt, entdeckt einen sechszackigen Stern im Schmiedeeisen — ein Detail, das örtliche Stadtführer gern mit den Freimaurerlogen des 19. Jahrhunderts in Verbindung bringen, von denen einige Mitglieder an Finanzierung und Bau des risanamento-zeitlichen Neapel beteiligt waren, zu dem die Galerie gehört. Wie bei den meisten Behauptungen über verborgene Symbolik im Bauschmuck ist diese Deutung allerdings eher stimmungsvoll als belegt.
Den Zweiten Weltkrieg überstand der Belle-Époque-Glanz der Galerie nicht unbeschadet: Alliierte Bombenangriffe auf die Stadt im Jahr 1943 verwüsteten das umliegende Viertel und beschädigten auch die Galerie selbst; der ursprüngliche Marmorboden mit den eingelegten Mosaikzeichen des Tierkreises und der vier Winde, die Besucher noch heute unter ihren Füßen begrüßen, musste im Zuge der 1952 abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten neu verlegt werden.
Gut zu wissen
Der Eintritt ist kostenlos, und die Galerie selbst kennt keine feste Schließzeit — sie funktioniert wie eine öffentliche Straße, die etwa von 5 Uhr morgens bis Mitternacht zugänglich ist; die einzelnen Bars, Buchhandlungen und Geschäfte im Inneren haben ihre eigenen Öffnungszeiten, meist im Rahmen der üblichen neapolitanischen Ladenöffnungszeiten, und sind am belebtesten während der frühabendlichen passeggiata.
Direkt gegenüber der Oper an der Via San Carlo gelegen, verbindet die Galerie das Teatro di San Carlo und die Piazza del Plebiscito auf der einen Seite in nur fünf Gehminuten mit der Einkaufsstraße Via Toledo auf der anderen, sodass sich alle drei mühelos in einen einzigen Spaziergang einbauen lassen. Der Mosaikboden unter der Kuppel und das Lichtspiel durch das Eisen-Glas-Dach wirken am eindrucksvollsten um die Mittagszeit, wenn die Sonne schräg durch die obersten Fenster fällt, oder abends, sobald die Innenbeleuchtung eingeschaltet ist.